Das Dritte Testament

Buchumschlag

Martinus
Das Dritte Testament
Livets Bog
Klicken Sie auf den Totenkopf, den Schicksalsbogen oder die untere Leiste.
Klicken Sie auf den Strahlenbereich, die Christusfigur, den Schicksalsbogen oder die untere Leiste.
© Martinus Idealfond
Dies sind die Symbole, die Martinus für sein Hauptwerk ausgewählt hat. Das linke Symbol heißt »Durch die Finsternis der Einweihung (Die Hölle oder Götterdämmerung)« und zeigt unsere jetzige Zeit. Das rechte heißt »Der wahre Mensch als Abbild Gottes, ihm gleichend« und zeigt die Entwicklung der Moral, die aus der Finsternis heraus führt.

Klicken Sie auf die folgenden Bereiche der beiden Symbole, um zu den Informationen über deren Bedeutung zu springen:

Linkes Bild: Totenkopf, Schicksalsbogen, gelb-orange Leiste
Rechtes Bild: Strahlenbereich, Christusfigur, Schicksalsbogen, gelb-orange Leiste

Das Dritte Testament

Die beiden Symbole illustrieren die Moralideen des Alten und des Neuen Testaments: Die Ideologie der Rache und Strafe, bzw. die des Vergebens. Das linke Symbol illustriert das Alte, und das rechte das Neue Testament. Den Unterschied zwischen ihnen erläutert Christus folgendermaßen: »Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Auge um Auge und Zahn für Zahn. Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halte ihm auch die andere hin.« (Mt 5, 38-39)

Dass diese fundamental unterschiedlichen Ideale diametral verschiedene Auswirkungen in den Schicksalen der Ausübenden zur Folge haben, ist nicht zu vermeiden. Die Moral des Alten Testaments, »Auge um Auge, und Zahn für Zahn« führt zum Krieg, zum unnatürlichem Tod, zur Invalidität, zum Weltbrand und Kulturzusammenbruch. (Das linke Symbol)

Die Botschaft Christi bedeutete ein völliges Abrücken von jeder Form von Rache und Strafe. Das Ideal des Neuen Testaments weist den Weg zum andauernden Frieden. (Das rechte Symbol)

Die kosmische Lebensanschauung des Dritten Testaments wird mit den vielen kleinen Kreisbogen und Figuren zwischen den beiden waagerechten violetten Linien illustriert. Wenn Christi Liebeslehre mit einem ewigen Weltbild verbunden wird, dann wird das Praktizieren der Nächstenliebe zu höchster Vernunft. Das ewige Weltbild macht die Religion zu geistiger Wissenschaft.

Die Komposition der Symbole wird von vier kräftigen Bogen dominiert. Die von links kommenden orangefarbenen Bogen illustrieren eine Situation, in der wir auf eine feindliche Handlung stoßen. Die vom Zentrum nach rechts laufenden Bogen illustrieren, auf welche Weise wir diese feindliche Handlung erwidern.

Die orange Farbe symbolisiert die Angriffs- und Verteidigungswelt des Tierreichs. Hier gilt das Recht des Stärkeren. Die gelbe Farbe symbolisiert das Christusbewusstsein oder das Prinzip des Vergebens. Nachdem diese Fähigkeit voll und ganz entwickelt ist, lieben wir unseren Nächsten wie uns selbst und erfüllen das Gesetz des Lebens. Durch die Evolution wird das Tier in den »Menschen als Abbild Gottes« umgestaltet, was auch der Titel des rechten Symbol ist. Gottes Abbild zu sein bedeutet, dass die Fähigkeit in Kontakt mit den ewigen Liebesgeboten zu handeln bis zur Genialität entwickelt ist. Dass die Moral des Alten Testaments noch in diesem dritten Jahrtausend die Sinne stark im Griff hat, ist deutlich. Die Nationen stecken nicht das Schwert in die Scheide, im Gegenteil, es werden gewaltige Ressourcen darauf gesetzt, immer wirkungsvollere Mordwaffen zu entwickeln. Der irdische Mensch handelt weiterhin auf vielen Gebieten gemäß dem Gesetz des Dschungels. Aber in der Bergpredigt finden wir keinerlei Unterstützung für Mord und Gewalttaten. Warum hat die Menschheit noch nach zweitausend Jahren nach Christi Geburt die Liebesbotschaft nicht in praktisches Handeln umsetzen können?

Die zwei kräftigen Kreisbogen im Zentrum der Symbole illustrieren, wie erwähnt, die gegensätzlichen Verhaltensweisen des Alten und des Neuen Testaments bei der Begegnung mit dem »Feind«. Weshalb verzieh Christus seinen Henkern? Warum betete er für diejenigen, die ihn kreuzigten? Was war es, das Christus wusste, seine Henker aber nicht wussten? Weshalb rief er am Kreuz zu Gott: »Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun»? Christus wusste, dass diejenigen, die ihn töteten nicht wussten, was sie taten. Aber befindet sich der moderne Mensch der jetzigen Zeit nicht in der gleichen Lage? Ist er nicht auf diesem Gebiet ebenso unwissend wie die Menschen zu Christi Zeiten? Tötet man nicht heute noch seine Feinde, wenn man es für notwendig hält? Wenn die Liebesbotschaft des Neuen Testaments praktiziert würde, dann wäre die Welt schon längst ein Paradies des Friedens! (Das rechte Symbol) Zuunterst auf den Symbolen sehen wir die kosmische Lebensanschauung des Dritten Testaments. Die Bogen, welche unsere Handlungen und unsere Art und Weise feindliche Handlungen zu erwidern symbolisieren, werden hier so, wie oben illustriert. Nun sehen wir jedoch nicht nur zwei große Bogen, sondern eine ganze Reihe in verkleinerter Größe. Sie werden immer wieder wiederholt und folgen uns wie ein Schatten durch viele Erdenleben. Wir betrachten hier das Leben von den Höhen aus, vom Aussichtspunkt des Ewigen und des Heiligen Geistes! In der obigen Situation mit den zwei großen Bogen, werden die Handlungen so aus der Nähe betrachtet, dass die Ewigkeitsperspektive verloren gegangen ist. Aus der Perspektive des einen Lebens gesehen, kann man den Sinn mit den verschiedenen Schicksalen und die Liebe darin nicht sehen. So erlebte Christus jedoch nicht das Leben und Gott.

Die vielen rechteckigen Figuren unten zeigen die vielen Erdenleben und die hell gelben kleineren Figuren symbolisieren die Aufenthalte in der göttlichen Welt zwischen den physischen Inkarnationen. Hier sehen wir die Lebensanschauung, auf die Christi göttliche Anleitung baute. Wir sehen, dass unser gegenwärtiges Erdenleben ein Glied in einer unendlichen Kette von physischen und geistigen Lebensabschnitten ist. Wir sehen, dass die Erdenleben in einer Reihe auf einander folgen, ohne Anfang und ohne Ende. Mit der Vorstellung zu leben, dass die kurze Zeit, die zwischen den äußersten Parenthesen eines einzigen Erdenlebens vergeht, zwischen Geburt und Tod, das ganze Leben sei, bedeutet fürwahr an den Tod zu glauben. Das ist dasselbe, wie bezüglich der wahren Natur des Lebens bewusstlos zu sein.

Es ist durchaus verständlich, dass Christus vom Gebrauch des Schwertes abriet. Das Böse, das wir ernten, geht, wie wir hier sehen, von uns selber aus und ist eine direkte Konsequenz unserer eigenen Handlungen. Der Abschnitt mit den vielen rechteckigen Figuren und deren Übergang von orange zu gelb zeigt, wie unser gegenwärtiges Erdenleben sowohl an das vorhergehende als auch an das künftige gekettet ist. Da niemand etwas anderes erleben kann als das, wofür er selbst die erste Ursache ist, sehen wir die Gerechtigkeit in allem, was geschieht. Unser heutiges Schicksal ist das Resultat der Handlungen, die wir sowohl in früheren wie in diesem Erdenleben ausgelöst haben. Dadurch, dass wir Gutes säen, wird unser Leben vollkommen. Wenn ein jeder seinem Nächsten ausschließlich Gutes tut, dann sind wir nicht mehr im Tierreich. Dann ist das Gottesreich eine Realität auf der Erde.

Wenn man sich selbst nicht kennt, kann man die Konsequenzen seiner Handlungen nicht überblicken. Deshalb ruft der Eingeweihte aus, wenn der Uneingeweihte das Liebesgesetz übertritt: »Vater vergib ihm, denn er weiß nicht, was er tut«. Der Uneingeweihte glaubt ohne weiteres, dass das Schicksal von äußeren Kräften gelenkt wird. Er versteht nicht, dass der »Feind« nur ein Medium ist, mit dessen Hilfe seine eigenen Taten zu ihm zurückkehren! Das Böse mit Gewalt und Macht zu bekämpfen bedeutet in Wirklichkeit den Tod anzubeten. Diese Methode deckt eine totale Unwissenheit über die ewige Natur und den tiefsten Sinn des Lebens auf. Der Kampf gegen den Feind in der »Außenwelt« führt zum Jüngsten Gericht, zur Kulmination der Finsternis, was mit dem Symbol des Alten Testaments illustriert wurde.

Da wir unsterblich sind und somit alle Erfahrungen überleben – diese folgen uns in den vielen Erdenleben – sind alle Erfahrungen, ohne Ausnahme, uns von Nutzen. Das Leiden entwickelt und verändert allmählich unser Gefühlsleben und unsere Moral. Nachdem die unbehaglichen Erfahrungen bearbeitet und verdaut wurden, werden sie zu Mitgefühl veredelt. Allmählich werden sie zu mentalem Gold! Das Leiden macht uns aufgeschlossener für immer humanere Ideale. Der Titel des linken Symbols ist »Durch die Einweihung der Finsternis«. Das Erleben der Kulmination des Leidens ist die Bedingung dafür, die Kulmination des Lichts und der Liebe erleben zu können.

Es war die Kenntnis vom »Ewigen«, die Christus am Kreuz auf Golgatha so kraftvoll demonstrierte, von der die Menschen jedoch unwissend waren, damals genauso wie jetzt. Die gleiche Unwissenheit herrscht noch heute. Nicht nur Christi »Feinde« fiel es schwer, die geniale Demonstration der Liebesbotschaft zu verstehen, auch die Jünger hatten Schwierigkeiten damit. Nichts Geringeres als Christi Auferstehung, die kraft einer völlig willentlichen Kontrolle der strahlenförmigen Seelenkräfte geschah, war dazu erforderlich. Dank dieser Fähigkeit konnte er sich physisch seinen, zu dieser Zeit unschlüssigen und von Zweifel geplagten, Jüngern zeigen. Christus demonstrierte die vollkommene Macht der Liebe und des Unsterblichkeitsbewusstseins über die Kräfte der Finsternis. Seine Aufgabe war hauptsächlich praktisch. Bezüglich des theoretischen Teils wies er darauf hin, dass »er noch vieles zu sagen hatte.«. Er verwies auf einen anderen Beistand, denn er war sich wohl bewusst, dass eine Fortsetzung folgen würde. Inder Mitte des rechten Symbols, zwischen dem orangefarbenen und gelben Bogen, finden wir eine gezeichnete Christusfigur in einem gleichseitigen Dreieck. Das Dreieck ist das Symbol der Dreieinigkeit, das Gottes ewige, unendliche und vollkommene Natur darstellt. Christus war »eins mit dem Vater« und hatte Unsterblichkeitsbewusstsein. Er war in die ewige Existenz aller Lebewesen und deren Vereinigung mit Gott eingeweiht. Er erfüllte das höchste Gebot des Lebens und liebte Gott mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele, mit all seinen Gedanken und seiner ganzen Kraft und seinen Nächsten wie sich selbst. An das Kreuz genagelt und unschuldig zum Tode verurteilt, betete er um Vergebung für seine Henker. Am Kreuz hat er bewiesen, dass er so lebte wie er lehrte. Wenn man jeden liebt, auch diejenigen, die einen hassen und verfolgen, dann ist man vollkommen. Gottes Ziel mit der Entwicklung in der physischen Welt ist dann vollbracht. Der ewige Gottessohn gleicht seinem himmlischen Vater, ist Gottes Abbild. Der Titel des Symbols ist: »Der vollkommene Mensch als Abbild Gottes«.

Dass dieses höchste Ziel der Schöpfung allen Menschen, allen Geschöpfen ohne Ausnahme, und nicht nur Christus gilt, gehört zu dem »Vielen«, das nach Christi Versprechen der Beistand, der Geist der Wahrheit, später erklären sollte. Der Übergang zu gelb der orangefarbenen, rechteckigen Felder zeigt die Entwicklung der Mentalität im Verlauf der Evolution in Richtung auf Humanität. Der irdische Mensch ist ein Tier unter Verwandlung, eine Sphinx, sowohl Mensch als Tier. In einem Leben nach dem anderen ernten wir die Konsequenzen unserer Handlungen. In der physischen Welt entwickelt sich das Bewusstsein. Hier essen wir vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse. Schließlich werden wir, ebenso wie unser himmlischer Vater, vollkommen.

Die hell gelben quadratischen Figuren zwischen den orangefarbenen und gelben Rechtecken symbolisieren den Aufenthalt aller Lebewesen in der geistigen Welt. Hier befinden wir uns zwischen den verschiedenen Inkarnationen in der physischen Welt. Hier gehen wir beim Eintreten des sogenannten Todes hin, welcher in Wirklichkeit ein Prozess der Geburt, ein Übergang zur geistigen Welt ist. Das Bewusstsein befindet sich immer in der geistigen Welt, auch wenn wir einen physischen Organismus haben. Wir kommen »aus« der geistigen Welt, wenn wir in der physischen Welt wiedergeboren werden. In der geistigen Welt gibt es keine Voraussetzungen für die Entwicklung des Bewusstseins. Hier fehlt der Widerstand gegen die Gedankenimpulse, der für den Prozess des Lernens absolut notwendig ist. Wir können in der geistigen Welt auch keine bösen Handlungen auslösen. Diese Ebene ist das gemeinsame Heim aller Lebewesen und um Zutritt hierher zu bekommen, muss man unweigerlich die »Hochzeitskleider« tragen. Unser Aufenthalt in der geistigen Welt zwischen den Inkarnationen ist nahezu eine Art von Sommerferien. Wir befinden uns zwischen den Arbeits- und Entwicklungsperioden der verschiedenen Erdenleben eine Zeitlang als Gäste zu Besuch im vollkommenen Bewusstsein Gottes. Solange unser Bewusstsein jedoch noch nicht fertig entwickelt ist und ganz mit dem Gesetz der Liebe harmoniert, werden wir für die Schule des Lebens und zur Evolution in der physischen Welt wiedergeboren. Erst dann, wenn wir Christusbewusstsein bekommen haben, ist die Ausbildung beendet und die Prüfung bestanden. In der physischen Welt gestaltet Gott alle Lebewesen in seinem Abbild um. Der Titel des Symbols auf der Vorderseite des Dritten Testaments ist, wie schon erwähnt, »Der fertige Mensch als Abbild Gottes«.

(Text von Rolf Elving. Für eine ausführliche Symbolerklärung wird auf das Buch Das ewige Weltbild II verwiesen.)

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Livets Bog

»Livets Bog« ist der dänische Originaltitel des Hauptwerkes des Dritten Testaments. Es umfasst insgesamt sieben Bände mit etwa zweitausend Seiten.

Der Titel »Livets Bog« ist symbolisch. Alles Existierende, das Weltall im Ganzen, kann mit einem Buch verglichen werden. Dieses einzige und wirkliche »Buch der Bücher« umfasst alles Wissen und somit alle Antworten auf die Rätsel des Lebens. Das gesamte Weltall ist die Bibel aller Bibeln. Stellen wir uns das alles umfassende, unendliche Weltall als ein lebendiges Buch vor und Gott als dessen Verfasser, so wird alles, was geschieht, dasselbe wie Gottes Rede zu einen jeden von uns. Alle Lebewesen, Pflanzen, Tiere und Menschen sowie Lebensformen im Mikrokosmos und im Makrokosmos, nehmen dann an einem lebendigen Dialog mit dem existierenden Weltall, d.h. Gott, teil.

Dass die Menschheit nun in zunehmendem Grad das Interesse an der Bibel verloren hat, d.h. am Alten und Neuen Testament, kommt daher, dass sie gelernt haben, in der wirklichen Bibel zu lesen. Alle Antworten müssen im Verhältnis zum Weltall und zur Wirklichkeit bekräftigt werden, wenn sie der Wahrheit entsprechen sollen. Das Studium des Weltalls, d.h. des »Buches der Bücher«, hat in ein erhebliches und auf vielen Gebieten genialisches Wissen resultiert. Aber ausschließlich materielles Wissen kann den Menschen keine Antwort auf die ewigen Fragen geben: »Wer bin ich?«, »Wo komme ich her?« und »Wo gehe ich hin?«. Eine geistige Wissenschaft ist erforderlich, um diese Fragen zu beantworten. Das Dritte Testament erweitert die Grenzen des Wissens über die materielle Wirklichkeit hinaus und gibt uns die Kenntnis über jene geistige Wirklichkeit, welche unseren physischen Sinnen unzugänglich ist.

Hier folgt erst eine Zusammenfassung aus dem Vorwort des Hauptwerks des Dritten Testaments, Livets Bog. Darauf folgt ein Artikel unter dem Titel »An den Leser«, der von Martinus anlässlich der Veröffentlichung der ersten Ausgabe der Zeitschrift Kosmos 1933 geschrieben wurde. Kosmos ist das offizielle Organ des Martinus' geisteswissenschaftlichen Institutes, das in Kopenhagen liegt.

Zusammenfassung aus dem Vorwort zum Livets Bog:

  • Das Livets Bog ist eine Wiedererzählung vom Erleben der alles umfassenden »Religion des Lebens« und ist mit der Absicht manifestiert worden, die Entwicklung der Fähigkeit des Wesens anzuregen, selbst diese Religion zu verstehen, sodass es im Stande sein wird, selbst zu erkennen, was man darf und was man nicht darf, was wirklich und was unwirklich ist, nicht vom Livets Bog aus, sondern von der direkten, eigenen Sprache des Lebens aus. (15. Stück)
  • Die Religion des Lebens selbst erkennt alle Lebewesen als ihre geborenen Mitglieder, Ausüber und Verfechter an, sowohl diejenigen, die ein Glaubensbekenntnis haben als diejenigen, die keines haben, sowohl die sogenannten »Heiligen« als die sogenannten »Gottlosen«, sowohl Tiere als auch Menschen. (15. Stück)
  • Das Livets Bog kann von keinerlei Sekte oder Gesellschaftsbildung eingekapselt oder monopolisiert werden. Aufgrund seiner universellen, unparteiischen Liebes- und Weisheitsmanifestation und kraft seiner Identität als Universalausdruck für des Lebens eigene lebende Religion, in welcher alle von vornherein Mitglieder und alles Lehrsätze sind, wird das Livets Bog im gleichen Grad zu einem Lehrbuch für jene, die kein Mitglied irgendeiner Sekte sind wie für jene, welche einer solchen angehören. (15. Stück)
  • Das Livets Bog enthüllt die Identität aller Lebewesen als »Söhne der Gottheit« und gleichzeitig offenbart es das nahe Verhältnis der Religionen zu einander als Strahlenbündel aus ein und demselben Lichtmeer. (19. Stück)
  • Das Livets Bog ist eine Verteidigung aller existierenden Lebewesen. (19. Stück)
  • Die hauptsächliche Aufgabe des Livets Bog ist es, uns dazu zu inspirieren, unseren Nächsten zu lieben, welche Kränkung er uns auch immer zugefügt haben möge. (19. Stück)
  • Das Livets Bog ist ein auf Liebe basierender absolut freiwilliger Berater, um dem in der Schule des Lebens die Wahrheit suchenden Studierenden zu helfen. (15. Stück)
  • So werden die eigenen Gedanken, Auffassungen und Gesichtspunkte des Lesers in keiner Weise, weder jetzt noch in der Zukunft, von diesem Buch dogmatisch gebunden sein. Es soll ihm vielmehr jede nur mögliche Inspiration dazu geben, in voller Freiheit selbst zu denken, zu arbeiten und des weiteren selbst, aus eigenem freien Willen, sein Wissen in jedem beliebigen anderen Buch oder an jeder denkbaren Quelle zu suchen, wo diese für ihn besonders geeigneten und deshalb inspirierenden Realitäten zu finden sind. (15. Stück)

Wenn ich hier im Vorwort Probleme berührt habe, die im übrigen später im Buch speziell beleuchtet werden, so geschieht dies, wie schon genannt, ausschließlich deshalb, um den Studierenden damit bekannt zu machen, welch unendlich großes Verständnis, welche Toleranz und Freiheit seiner Auffassung vom Livets Bog und seiner Haltung zu diesem von der Quelle, von der dieses Buch hervorgegangen ist, entgegengebracht wird, ganz unabhängig davon, wie diese Haltung auch sein mag. (15. Stück)

Es ist im Jahre 1933. Nachstehendes Zitat ist der ersten Ausgabe der Zeitschrift Kosmos, dem offiziellen Organ des Martinus' geisteswissenschaftlichen Instituts, entnommen. Martinus beginnt mit dem Artikel: An den Leser. Als dieser Artikel geschrieben wurde, war nur der erste Band des Livets Bog veröffentlicht worden. «Wenn meine Arbeit, d.h. der herausgegebene erste Band des ‚Livets Bog', meine Vorträge und die darauf basierenden Studienkreise ringsum im Lande, begonnen hat Interesse zu wecken und eine Bewegung zu schaffen, dann ist es im Zusammenhang mit dem schon Erwähnten absolut notwendig, dass diese Bewegung sich nicht verirrt und anfängt, begrenzt oder eingekapselt zu werden oder sich in eine Vereinigung, Sekte oder eine Glaubensgemeinschaft kristallisiert und damit eine einseitig monopolisierte, allein selig machende Erscheinung wird. Es ist nämlich die Mission meiner Arbeit, den Menschen den Weg zu Gottes eigener ‚Sprache' zu zeigen, die in Form von Erfahrungen und Erlebnissen im täglichen Leben manifestiert ist, um die Menschen dadurch zu freien geistigen Forschern und nicht zu ‚höheren Beamten' und ‚Untertanen' einer unnatürlichen geistigen Vereinigung zu machen.

Die irdische Menschheit ist nun in einem Stadium ihrer Entwicklung angelangt, in dem sie verstehen lernen muss, dass die göttliche Weisheit sich überall bemerkbar macht. Gott spricht mit Hilfe aller Dinge zu den Menschen, behagliche wie unbehagliche, mittels Krisen, Armut und Arbeitslosigkeit, durch Krieg, Revolution und Leiden sowohl als auch durch Gesundheit, Kraft und Wohlbefinden, Liebe, Toleranz und Weisheit. Alles sind Strahlen aus ein und demselben Wesen. Alles klingt mit schallender Stimme oder Rede über die Welt hinaus, durch das ganze Universum, durch sowohl den Mikro- wie den Makrokosmos. Sie vibriert im Schimmer der Sterne. Sie wird durch die stille Brise geflüstert und in der Tiefe des Waldes gemurmelt. Sie ruft in den Sirenen der Fabriken und wird im Lärm der Maschinen bemerkt. Sie singt an der Wiege und redet am Grab. Sie ist Ahnung, Gewissheit und Glaube. Sie ist Wissen, Einsicht und Hoffnung. Sie ist Tod, Auferstehung und Leben. Sie ist Farbe, Vibration und Licht. Sie ist alles, was überhaupt wahrzunehmen, zu denken und zu erleben ist. Und da diese Rede, je besser sie vom Individuum verstanden wird, sich als Bekräftigung dessen zeigt, dass ‚Alles sehr gut ist', wird sie identisch mit der allerhöchsten Liebes- und Weisheitsmanifestation. Deshalb ist es offensichtlich ein Zeichen von Naivität diese allmächtige Stimme so monopolisieren, einkapseln oder begrenzen zu wollen, dass sie nur einer einzigen Religion, einer Sekte oder einem Glauben gilt, dass sie sich nur durch ein Dogma, einen Prediger oder ein Medium, durch ein Buch, eine Zeitschrift oder eine Botschaft usw. manifestieren kann, ganz egal wie göttlich und aufrichtig gemeint diese auch immer sein mögen.

Dies darf natürlich nicht so aufgefasst werden, dass diese Realitäten verringert oder ignoriert werden sollen, aber die gegenwärtige Entwicklung erfordert, dass die Augen der Menschheit geöffnet werden, sodass sie verstehen, dass eine einzelne Manifestation nur ein spezieller Strahl, ein besonderer Satz in der gesamten göttlichen Liebesmanifestation und Weisheitsverkündigung ist. Jegliche andere Auffassung, die darauf ausgeht, eine dieser Realitäten zum ‚Alleinseligmachenden' zu erheben ist illusorisch und somit unterminierend für die göttliche Kraft, die in der entsprechenden Realität niedergelegt ist. Eine offene Bekundung, dass ‚alles demjenigen zu Gute kommt, der Gott liebt', d.h. ein Verständnis dafür, dass nur alle Erfahrungen des Lebens zusammen den göttlichen Unterricht ausmachen, die göttliche Liebe sein können, welche allein das Individuum vorwärts in ein verklärtes Dasein bringt oder es zu ‚eins mit dem Weg, der Wahrheit und dem Leben' machen kann, ist der Grund auf welchem die nun eingeleitete neue Weltepoche ruhen wird.« (Zitat aus Kosmos Nr. 1 1933)

(Text von Rolf Elving. Für eine ausführliche Symbolerklärung wird auf Das ewige Weltbild II verwiesen.)

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Totenkopf

Von links bewegt sich ein orangefarbener Bogen zum Zentrum des Symbols. Er zeigt, dass wir einer feindlichen Handlung preisgegeben waren. Vom Zentrum aus bewegt sich noch ein orangefarbener Bogen nach rechts, was zeigen soll, dass die feindliche Handlung mit den gleichen Mitteln beantwortet wurde. Die tötende Natur der Handlungen ist durch zwei Schwerter, die ein Herz durchbohren, illustriert. Beide Bogen sind orange, was zu bedeuten hat, dass die Handlungen der Lebenszone des Tierreichs angehören. Die wirkliche Ursache des Konflikts mit dem Feind ist beiden Beteiligten unbekannt. Sie wissen also nicht, was sie tun. Das Einzige, was die Menschen in diesem Entwicklungsstadium mit Sicherheit von sich selber wissen ist, dass sie einen physischen Organismus haben. Was vor Lebzeiten des Organismus war und was danach kommt, ist Mystik. Man glaubt, der Feind sei die wirkliche Ursache des Bösen, das man erlebt. Deshalb meint man, dass man ganz im Recht ist, wenn man zurückschlägt. Es ist leicht einzusehen, dass dieses Handlungsmuster dem Tierreich angehört. Es ist eine Angriffs- und Abwehrfunktion. Im eigentlichen Tierreich sind die Organismen organisch als Angriffs- und Verteidigungswerkzeuge konstruiert. Jede Art hat ihre Spezialität. Infolge der Entwicklung der menschlichen Intelligenz, tritt der Organismus des Menschen im Verhältnis zu den Organismen der Tierwelt neutraler hervor, was die Angriffs- und Verteidigungsfunktion betrifft. Die Entwicklung des Gehirns hat mit sich gebracht, dass der Mensch sich Waffen und Werkzeuge als extra Zubehör anschaffen kann, die als eine Art Verlängerung des eigenen Organismus dienen. Das Angriffs- und Abwehrmuster des Tierreichs ist jedoch am Benehmen des Menschen deutlich zu erkennen. Die tiefste Ursache der entstandenen Konfliktsituation ist hier beiden Beteiligten unbekannt, ebenso wie die Konsequenzen der Rachetat. Man glaubt, dass man dadurch, dass man Krieg sät, Frieden ernten kann.

Wenn Frieden mit Rache und Bestrafungsmethoden geschaffen werden könnte, dann wäre die Welt längst friedlich. Nicht einmal die christlichen Staaten haben die Notwendigkeit davon eingesehen, dem Gebrauch der Macht des Schwertes abzuschwören. Im Gegenteil, sie haben die technische Entwicklung der Waffen auf teuflische Höhen gebracht. Zu sagen, dass der Mensch tierisch sei, ist eine Ungerechtigkeit den Tieren gegenüber und nicht stark genug ausgedrückt. Das Tier ist im Vergleich zum Menschen ein Anfänger im blutigen Handwerk des Tötens. Beim Erdenmenschen kulminiert die Fähigkeit, das fünfte Gebot zu übertreten. Was kann wohl mehr »Antichrist« sein, als die Waffenmacht und den Glauben an das tötende Prinzip zu verehren?

Wir erkennen den Baum an seinen Früchten. Die Früchte von der Übertretung der Liebesgesetze sind Chaos, Kulturzusammenbruch, Hunger, Armut, Invalidität und vorzeitiger Tod, kurzum, eine Zivilisation, die in Brand steht. Die Konsequenzen dieser Handlungsweise Gott und dem Nächsten gegenüber wird auf diesem Symbol mit dem Totenkopf und den Knochen im Vordergrund, und Naturkatastrophen, Vulkanausbruch sowie einer Welt in Brand im Hintergrund illustriert. Als ewige Gottessöhne überleben wir jedoch alle Erfahrungen – auch die Leidenserfahrungen. Diese entwickeln das Gefühlsleben. Unsere ewige Existenz kann niemals außer Kraft gesetzt werden. Im kosmischen Sinne sind deshalb keine Erfahrungen schädlich, im Gegenteil. Der Eingeweihte sieht, dass auch die Finsternis ein Segen ist, obwohl von unbehaglicher Art.

Jede Form von Erleben erfordert Kontraste. Ohne Finsternis kein Licht und umgekehrt. Durch die Einweihung in der Finsternis, was auch der Titel dieses Symbols ist, entsteht eine starke Sehnsucht nach Befreiung vom Bösen. Es sind die Leidenserfahrungen, die uns für die Botschaft der Liebe aufgeschlossen machen. Die Weisheit entsteht infolgedessen aus der Übertretung der Liebesgesetze. Durch persönliche Erfahrungen lernen wir zuerst, was wir nicht tun sollen. Wie es aus dem Symbol auf der Vorderseite hervorgeht: Das Leben macht uns allmählich zum vollkommenen Menschen als Abbild Gottes, ihm gleichend, und führt uns zurück zur Liebe und zum Erleben von Gott.

(Text von Rolf Elving. Für eine ausführlichen Symbolerklärung wird auf Das ewige Weltbild II verwiesen)

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Schicksalsbogen (im linken Bild)

Von links läuft ein orangefarbener Bogen zum Zentrum des Symbols. Er zeigt, dass wir einer feindlichen Handlung ausgesetzt waren. Hier wird diese nicht gemäß des Vorbildes Christi, d.h. damit, dass man »die andere Wange hinhält« erwidert. Sie wird mit gleicher Münze heimgezahlt. Die rächende Haltung dem Feind gegenüber wird auf dem Symbol mit dem orangefarbenen Bogen, der vom Zentrum nach rechts läuft illustriert. Das Gesetz Mose legalisierte die Rache nach dem Prinzip »Auge um Auge, und Zahn für Zahn«. Die orange Farbe sagt uns, dass wir uns in der Angriffs- und Verteidigungswelt des Tierreichs befinden.

(Text von Rolf Elving. Für eine ausführliche Symbolerklärung wird auf das Buch Das ewige Weltbild II verwiesen)

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Physische und geistige Leben (im linken Bild)

Von links läuft ein orangefarbener Bogen zum Zentrum des Symbols. Er zeigt, dass wir einer feindlichen Handlung ausgesetzt waren. Hier wird diese nicht gemäß des Vorbildes Christi, d.h. damit, dass man »die andere Wange hinhält« erwidert. Sie wird mit gleicher Münze heimgezahlt. Die rächende Haltung dem Feind gegenüber wird auf dem Symbol mit dem orangefarbenen Bogen, der vom Zentrum nach rechts läuft illustriert. Das Gesetz Mose legalisierte die Rache nach dem Prinzip »Auge um Auge, und Zahn für Zahn«. Die orange Farbe sagt uns, dass wir uns in der Angriffs- und Verteidigungswelt des Tierreichs befinden.

(Text von Rolf Elving. Für eine ausführliche Symbolerklärung wird auf das Buch Das ewige Weltbild II verwiesen)

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Strahlenbereich

Von der Christusfigur im rechteckigen Dreieck sehen wir weißes Licht ausstrahlen, das die Form einer kreisförmigen Glorie annimmt, in deren äußerem Feld sich die Farben blau, grün, gelb orange und rot abwechseln. Die Farben symbolisieren das Bewusstsein oder die Seelenkräfte. Das Bewusstsein ist dem Dritten Testament nach eine Kombination von sechs ewigen, strahlenförmigen, geistigen Energiearten. In der Lichtglorie sehen wir fünf von diesen, blau – Intuition, grün – Intelligenz, gelb – Gefühl, orange – Schwereenergie, rot – Instinktenergie. Dazu kommt noch eine siebte – die Erinnerungsenergie, die auf dem Symbol nicht markiert ist. Diese sechs geistigen Energieformen durchdringen und organisieren alles in der erschaffenen Welt. In der Bibel werden sie als »Gottes Geist, der über dem Wasser schwebt« beschrieben. Das alles durchdringende Bewusstsein Gottes ist die Ursache jeder Form von Bewegung und Veränderung in der physischen Welt. Alle Nuancen des Erlebens des Lebens werden vom Zusammenspiel dieser Energien unter einander bedingt, vom Hass bis zur Liebe, vom Erleben mit Gott vereint zu sein, bis zum Erleben von Gott getrennt zu sein, wenn man glaubt, man sei »eins mit dem Vergänglichen« und dem Tode.

Der spezielle Seelenzustand, der mit den weißen Strahlen der Christusfigur im Symbol der Dreieinigkeit illustriert wird, symbolisiert den höchsten geistigen Zustand des Lebens, welcher in der Bibel »Heiliger Geist« genannt wird. Um das Dritte und abschließende Testament der Bibel schreiben zu können, ist kein Geringerer als dieser erforderlich. Heilig und wahr bedeutet dasselbe. »Heiliger Geist« ist also dasselbe wie »der Geist der Wahrheit«. Der Menschheit ist also von Christus wahre Kenntnis über das Leben und Gott versprochen worden. Wir sehen, dass das blaue Feld, d.h. die Intuitionsenergie, sich unmittelbar an der weißen Lichtquelle befindet. Wenn man die Intuitionsenergie mit dem Willen beherrscht, dann hat man universelles Bewusstsein und ist nicht mehr von Zeit und Raum begrenzt. Mit dieser geistigen Fähigkeit kann man »Gott sehen« und die eigene ewige Existenz »jenseits« von Zeit und Raum erleben. Mit der Kontrolle über die Intuitionsenergie steht uns Gottes allmächtiges und allwissendes Bewusstsein unbegrenzt zur Verfügung. Der Zugang ist jedoch nicht bedingungslos. Die Bedingung, die erfüllt werden muss, wird folgendermaßen von Christus formuliert: »Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen.« (Mt 5, 8)

Was bedeutet es, ein reines Herz zu haben? Ja einfach ausgedrückt bedeutet es, dass man ausschließlich nur das »Gute« tut. Man leidet lieber selber, als dass man andere leiden sieht. Man ist zu hundert Prozent davon beseelt, Gott und dem Nächsten zu dienen. Alle lebensfeindlichen, negativen Gedanken und Gefühle dem Nächsten gegenüber sind dann überwunden.

Das Mittel zum Erreichen dieser inneren Beherrschung der Seelenkräfte sind die geistigen Energieformen Intelligenz und Gefühl, die mit grüner bzw. gelber Farbe symbolisiert sind. Mit Hilfe der Intelligenzenergie können wir alle aus der äußeren Welt eingehenden Eindrücke organisieren, was beim Kampf um das Dasein sehr zum Vorteil ist. Mit Hilfe der Intelligenzenergie lernen wir allmählich logisch, dem Gesetz von Ursache und Wirkung entsprechend, zu denken. Logisch zu denken, ist jedoch nicht dazu ausreichend, dass von einem Bewusstsein gesagt werden kann, es sei »rein« und dessen würdig, »Heiliger Geist« genannt zu werden. Es ist außerdem ein veredeltes Gefühlsleben dazu erforderlich, was mit der gelben Farbe symbolisiert ist. Die Leidenserfahrungen sind der Rohstoff des Gefühlslebens. Mit der Zeit machen sie unser Inneres geräumiger und das Leben unseres Nächsten, sein Wohl und Wehe, hat dadurch immer mehr Platz in unserem Bewusstsein. Mittels der Leidenserfahrungen entwickelt sich allmählich die Fähigkeit zum Mitgefühl und zur Teilnahme.

Mit einem genial entwickelten logischen Talent, zusammen mit einem ebenso vollkommenen Einfühlungsvermögen – beides in einem so harmonischen Zusammenspiel integriert, dass sie einander gegenseitig kontrollieren – werden die Bedingungen für »ein reines Herz« erfüllt. Das Zusammenspiel bewirkt, dass der Verstand die Gefühlsäußerungen steuert, so dass diese immer logisch sind, und das Gefühl steuert den Verstand so, dass dieser immer zu Gunsten der Sache des Guten arbeitet. Die Intuitionsenergie tritt dadurch in Funktion und die geistige Welt öffnet sich unserem Inneren. Auf die gelbe Farbe in der Kreisglorie folgt die orange. Sie symbolisiert die intellektuell unfähige Kraft, welche im Dritten Testament als Schwereenergie definiert wird und im Tierreich dominiert. Wir sehen, dass die Schwereenergie auf diesem Symbol von den Gefühls- Intelligenz- und Intuitionsenergien verdrängt ist, d.h. wir befinden uns hier nicht mehr im Tierreich. Die Finsternis musste hier dem Licht weichen. Wir sind in dem Reich, dass Christus als »noch nicht von dieser Welt« bezeichnete, zu dem aber alle Menschen, ja alle Lebewesen, die in physischer Materie inkarniert sind, alle ohne Ausnahme, auf dem Wege sind. Die Aufgabe des »heiligen Geistes« ist es, die Menschheit aus der Finsternis heraus zu führen, fort von der Kriegszone des Tierreichs und vorwärts zu den sonnenhellen Gegenden des Liebesreichs.

(Text von Rolf Elving. Für eine ausführliche Symbolerklärung wird auf das Buch Das ewige Weltbild II verwiesen.)

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Christusfigur

Hier folgen verschiedene Zitate, in denen Martinus von seiner Mission erzählt. Diese Worte wurden an seinem Lebensabend geschrieben, als die Literatur fertig war und das Einzige, was noch ausstand war, es der Öffentlichkeit als das Dritte Testament der Bibel vorzustellen.

»Was ist ‚der Beistand, der Heilige Geist'? – Das ist absolut keine Person, kein neuer Christus, der kommen und ein Verbindungsglied zwischen der Gottheit und den Menschen sein sollte. Es ist eine Wissenschaft über das Weltall und somit über Gott. Es muss eine Aufzeichnung der Lösung des Mysteriums des Weltalls sein. Es ist also ein ‚Buch', in dem die Menschen lesen können, so wie sie in der Bibel lesen können.

Dieser von Christus angekündigte ‚Beistand, der Heilige Geist, den der Vater senden sollte', ist also ein ‚Buch des Lebens' oder ‚des Wissens', das für die Menschheit manifestiert werden sollte. Aber ein Buch mit der wirklichen Wahrheit über die Gottheit und das Weltall kann nur die Fortsetzung der von Christus vor bald zweitausend Jahren begonnenen kosmischen Weltkultur unter dem Begriff ‚Christentum' sein. Es muss ein Buch sein, das eine intellektuelle und keine dogmatische Schule oder Lehranstalt innerhalb des Christentums sein kann. Es muss ein Buch sein, das die fertige christliche Weltkultur, sowohl als physische wie auch als geistige Manifestation aufweist. Es muss ein Buch sein, das sowohl die Kulmination der Finsternis wie auch die des Lichts und die daraus bestehende Lebensfunktion im Weltall – die Unsterblichkeit der Wesen – durchleuchtet.

Es muss ein Buch sein, das die Unendlichkeit und die Ewigkeit und die daraus entstandenen Lebensfunktionen in Form von ‚Zeit' und ‚Raum' aufweist und dessen Hauptfazits ‚Allwissen' und ‚Allmacht' sind, deren vollkommene Zusammenarbeit die ‚Allliebe' ausmacht und somit dasselbe ist wie das ewig Lebendige in den Lebewesen. Wir sind hier am ‚festen Punkt' des Weltalls und dessen Ursprung dem ‚Vater des Lebens', bei der absolut einzigen, alles durchstrahlenden, ewigen Gottheit angelangt.

Ein solches Buch kann nicht umhin, ‚das viele Mehr' zu enthalten, das Christus der Menschheit zu verkünden hatte, das Gott aber kommenden Geschlechtern später geben wollte. Ein solches Buch kann nicht umhin ‚der Beistand, der Heilige Geist' zu sein. Aufgrund seines fundamentalen Unterbaus des Christentums und kraft seiner Verwandtschaft mit den beiden Testamenten der Bibel, ist es rechtmäßig als ‚Das Dritte Testament' zu bezeichnen. Dieses ‚Dritte Testament' ist also das Buch der Weisheit oder des Wissens. Es zeigt uns die ewige Strahlenflut der ‚Allliebe'. Es weist auf das ‚Abbild Gottes' hin, in dem alle lebenden physischen Wesen durch Reinkarnation oder Wiedergeburt dabei sind, erschaffen zu werden. Hier im ‚Dritten Testament' sieht man, dass alle unfertigen Wesen , d.h. ‚physischen Wesen', Tiere sowohl als Menschen, sich auf demselben Weg befinden, auf einem Weg, der unerschütterlich zu ‚kosmischem Bewusstsein' und damit zum Erleben der Goldglorie, dem goldenen Licht, dem ewig Lebendigen in den Lebewesen und damit zum ‚Christusbewusstsein' und dem ‚eins mit Gott sein' führt. Christus war ja das Modell für die Erschaffung des Bewusstseins Gottes im Menschen. Sagte Christus nicht gerade: ‚Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde'? (M 28:18) Wie sollte er sonst, ohne diese Kapazität, das ‚Abbild Gottes' sein können? Und wie sollte ein anderes Wesen im gleichen Abbild erschaffen werden können, ohne dass es die gleiche Kapazität zur Folge hat?

‚Der Beistand, der Heilige Geist' ist also in Form des vorliegenden ‚Dritten Testaments' eine Fortsetzung der Christusverkündung. Es ist eine Fortsetzung der Verkündigung vom ewigen Licht des ‚Bethlehem-Sterns'. In diesem ewigen Licht wird hier der Welt die Lösung der größten Prinzipien des Lebens und damit das unerschütterliche Fundament des Christentums, das Lebensfundament des Glücks und der Seligkeit offenbart.« (Zitate aus unveröffentlichten Manuskripten)

Christus sagte voraus, dass ein anderer »Beistand« später kommen und alles erklären würde, was die Jünger nicht verstehen konnten als sie mit ihm zusammen waren. »Wenn der Beistand kommt, den ich euch vom Vater senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, dann wird er von mir zeugen. Dann wird man den Menschensohn kommen sehen in den Wolken mit großer Macht und Herrlichkeit. Dies habe ich euch gesagt, während ich bei euch bin. Aber der Beistand, den der Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. Aber ich sage euch: Hiernach werdet ihr den Menschensohn zur rechten Seite der Macht sitzen und auf den Wolken des Himmels kommen sehen.«

Den Sinn des Versprechens Christi für die Zukunft erklärt Martinus im Artikel Geistige Wissenschaft (Kosmos 1999) folgendermaßen: »Was ist es denn, das die Menschheit jetzt begehrt oder nötig hat? Ist es ein neuer Prophet, ein neuer Messias, ein neuer Welterlöser? Nein nicht im früheren Sinne des Wortes. Ein jeder, der heute kommt und sagt, dass er ein neuer Christus oder ein neuer Messias wäre, hört ausnahmslos zu der Kategorie, die Christus als zukünftige falsche Propheten bezeichnete. Was eine neue Welt benötigt, sind keine religiösen Dogmen. Die größten Wahrheiten in der Form von Dogmen sind ja Jahrtausende lang verkündet worden, sodass ein jeder, der kommt und den Menschen nur dieselben Dogmen geben kann, nur ein Plagiat des wirklichen Messias oder Christus sein kann. Und wenn er dann darüber hinaus verlangt, das man blind an ihn glauben soll und ihm nachfolgen, ist seine Identität als falscher Christus eine offensichtliche Tatsache für jeden, der wirklich eine hochintellektuelle Einsicht in die höchsten Tatsachen des Lebens hat. Dann erfüllt er nicht das Versprechen Christi von dem, der kommen sollte, denn Christus hat keinen neuen Führer oder geistigen Diktator angekündigt, sondern eine hochintellektuelle Analyse des größten Problems des Lebens oder die Lösung des Lebensmysteriums selbst und zwar so, dass ein jeder sein eigener Christus wird. Eine solche Analyse ist nämlich alleinig der ‚heilige Geist'.

Meine Analysen bilden eine zusammenhängende Gedankenkette, die mit der Intelligenz zu erkennen ist. Es ist nicht meine Aufgabe ein Messias, ein neuer Christus, ein neuer Welterlöser im gewöhnlichen Sinne zu sein. Ich möchte zweifellos sehr ungern die Ursache einer solchen Situation sein, dass die Menschen dazu suggeriert werden, von mir abhängig oder mental gebunden zu sein, und dass ich dadurch in gewisser Weise eine Art geistiger oder mentaler Diktator werden würde, dem sie blind folgen sollten. Nein ich wünsche allen Wesen die Freiheit, selber zu denken und einen eigenen Gedankengang zu finden und sein eigener Welterlöser, sein eigener Christus zu werden. Der Unterschied zwischen meiner Aufgabe und der der Propheten liegt darin, dass, während die Propheten Wesen waren, die ihre Mitwesen dazu suggerierten, kraft der Dogmen an sie zu glauben und also Wesen waren, denen man, aufgrund der eigenen intellektuellen Unfähigkeit, folgen musste und auf die man sich stützen musste, ist meine Arbeit von einer solchen Natur, dass sie das Individuum in Stand setzt, frei und selbständig zu denken. Die Lösung des Lebensmysteriums wird dem Wesen zur theoretischen Tatsache. Es ist kein Glaube, keine Suggestion erforderlich. Meine Arbeit gibt dem Wesen Kenntnis. Die Aufgabe der Welterlösung ist es also jetzt den Individuen – keinen Glauben, sondern – Wissen zu geben. Und mit selbständigem Wissen ist man von mir nicht abhängig, wie man es wäre, wenn man nur glauben würde.«

(Text von Rolf Elving. Für eine ausführliche Symbolerklärung wird auf Das ewige Weltbild II verwiesen)

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Schicksalsbogen (im rechten Bild)

Wir sehen einen orangefarbenen Bogen, der von links zum Zentrum des Symbols geht. Der Bogen symbolisiert, dass wir einer feindlichen Handlung preisgegeben waren. In diesem Falle handelt es sich um die Verfolgung, die Christus erlebte und die zur Kreuzigung führte. Ein besseres Vorbild für die Kunst des Vergebens als das, was wir durch Christi Leben und Werk bekommen haben, gibt es nicht. Ans Kreuz genagelt, betete er um Vergebung für die Henker. Diese liebevolle Haltung dem Feind gegenüber, wird auf dem Symbol mit dem gelben Bogen, der vom Zentrum des Symbols nach rechts geht, illustriert. Dass dieser Bogen gelb ist, zeigt, dass wir mit der alles vergebenden Haltung Christi die Lebenszone des Tierreichs verlassen haben. Wir befinden uns im Reich des richtigen Menschen. Dies sagte auch Christus selbst: »Mein Reich ist nicht von dieser Welt«. Was war es denn, dass Christus wusste, was seine Feinde aber nicht wussten? Diejenigen, die ihn kreuzigten, kannten sich selbst nicht! Sie wussten nicht woher sie kamen und auch nicht wohin sie gingen. Sie wussten nicht, dass man das, was man seinem Nächsten antut, in Wirklichkeit sich selbst antut. Sie haben nicht verstanden, dass »wir ernten, was wir sähen«. Sie waren blind für die Ewigkeit. Das war Christus dagegen nicht. Seine Botschaft war, dass wir unsere Feinde lieben sollen. Am Kreuz bewies er, dass er so lebte wie er lehrte. Er betete um Vergebung für seine Henker. Sie wussten nicht was sie taten. Christus wusste sehr wohl, dass die Menschheit erst in einem späteren Stadium der Entwicklung die logische Erklärung der Liebeslehre würden verstehen können. Das geht aus folgender Aussage hervor: »Wenn der Beistand kommt, den ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, dann wird er von mir zeugen«.

(Text von Rolf Elving. Für eine ausführliche Symbolerklärung wird auf das Buch Das ewige Weltbild II verwiesen.)

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Physische und geistige Leben (im rechten Bild)

Das Dritte Testament erklärt, dass unser jetziges Erdenleben ein Glied in einer unendlichen Kette ist. Die großen orangefarbenen und gelben Bogen oben treten unten verkleinert immer wieder wiederholt auf. Sie wechseln die Farbe von orange zu gelb in der Richtung von links nach rechts, was die Entwicklung vom Tier zum Menschen symbolisiert.

Das Leben wird hier aus der Perspektive des Ewigen betrachtet. Die rechteckigen orangefarbenen und gelben Felder, die nach einander folgen, symbolisieren ein einziges Erdenleben, von Geburt bis zum Tode. Die kleineren weißgelben Rechtecke symbolisieren den Aufenthalt in der geistigen Welt zwischen den physischen Erdenleben. Die Bogen, welche die verschiedenen Erdenleben mit einander verbinden, symbolisieren unsere Handlungen, symbolisieren alles, was wir der Umgebung gegenüber tun, d.h. Gott oder unserem Nächsten gegenüber. Da wir gemäß Christus »ernten, was wir säen«, sind wir folglich selber die Ursache all des Bösen, bez. all des Guten, das wir erleben. Durch die Handlungen dem Nächsten gegenüber entsteht unser Schicksal.

Unser jetziges Schicksal ist das Resultat von Handlungen, deren Wurzeln sich weit zurück in frühere Erdenleben verzweigen. Mit unseren heutigen Taten sähen wir Wirkungen, deren Resultat wir erst in künftigen Leben ernten werden. Kein Wunder, dass Christus lehrte, dass der Weg aus der Finsternis und dem Leiden heraus über das Vergeben führt, d.h. wir müssen unseren Feinden vergeben! Das Leid, das wir erleben, ist keine Strafe eines zornigen Gottes. Das Schicksal ist vielmehr die persönliche Ansprache eines liebevollen Gottes an jeden von uns. Es geschieht nichts Ungerechtes. Wir ernten, was wir sähen. Alles ist Unterricht und Entwicklung. Mittels der Einweihung in der Finsternis, werden wir für die Einweihung im Licht und der Liebe vorbereitet.

Viele Erdenleben mit Erwerben von Erfahrungen und mentaler Übung sind dazu erforderlich, um »der vollkommene Mensch, im Abbild Gottes« zu werden. Dies ist das Ziel jeglichen Lebens, das in physischer Materie inkarniert ist. Gott schenkt, kraft der unzähligen Leben in der physischen Welt, seinem ewigen Gottessohn schließlich sein eigenes allmächtiges, allwissendes und alles liebende göttliche Bewusstsein. Wir werden alle einmal so wie Christus sein und können dann sagen: »Ich und der Vater sind eins«.

(Text von Rolf Elving. Für eine ausführliche Symbolerklärung wird auf Das ewige Weltbild II verwiesen.)