Das Dritte Testament

Optimistische Lebensanschauung


Erkenne dich selbst!
Das Weltall ist ein Lebewesen
Keine Religion, keine Mitgliedschaft
Eine kosmische Lebensanschauung
Vom Tier zum Menschen
Wir erschaffen unser Schicksal selbst
Der Sinn der Leiden
Gibt es Gerechtigkeit im Dasein?
Das gemeinschaftliche Ziel der Menschheit
Wer ist Martinus?

Erkenne dich selbst!

Solange unser eigenes Leben ein Mysterium ist, verbleiben auch die Welträtsel ein Mysterium. »Das Dritte Testament« ist eine Gesamtbeschreibung des Daseins und handelt also von uns selbst. Es handelt von den Voraussetzungen für unsere Existenz. Das Motto für dieses Weltbild ist: erkenne dich selbst, und du kennst die ganze Welt.

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Das Weltall ist ein Lebewesen

Ein zentraler Gedanke der geisteswissenschaftlichen kosmischen Analysen von Martinus ist, daß das Weltall lebt und denkt. Es ist eine organische Ganzheit, die aus zusammenarbeitenden Lebewesen besteht. Zusammen bilden alle Geschöpfe ein einziges, alles umfassendes Lebewesen. Von den Religionen kennen wir dieses Lebewesen unter dem Namen Gott. Das ganze Dasein, alles Leben, ist eine untrennbare Einheit. Durch ein gesetzmäßiges Zusammenspiel entwickeln wir stufenweise die Fähigkeit, in vollkommener Harmonie mit allen zu leben. Wir bekommen kosmisches Bewußtsein; wir werden »eins mit dem Leben«. Wir erfüllen das Gesetz des Lebens und lieben unseren Nächsten wie uns selbst.

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Keine Religion, keine Mitgliedschaft

»Das Dritte Testament« ist keine Religion. Man kann nicht Mitglied der Martinus-Kosmologie werden. Die Kosmologie beschreibt das ganze Dasein, und alles und alle sind schon immer Mitglieder dieser Gesamtheit gewesen. Martinus möchte nicht eine Schar blind gläubiger Proselyten um seine Arbeit sammeln. Er will nicht, daß wir daran glauben sollen, was er schreibt, sondern daß wir aus unseren persönlichen Erfahrungen heraus untersuchen sollen, ob das, was er schreibt, mit der Wirklichkeit übereinstimmt.
Martinus diktiert auch keine Moral, sondern er zeigt, wie das Leben selbst eine höhere Moral in unseren Herzen und Gehirnen bewirkt. Statt einer Religion will Martinus eine Geisteswissenschaft schaffen. Es ist die Aufgabe dieser Geisteswissenschaft, durch Analysen die Grundvoraussetzungen für die Existenz des Lebens nachzuweisen. Die Wahrheit ist universal oder kosmisch.

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Eine kosmische Lebensanschauung

Mit seinen Schriften führt Martinus eine neue, nämlich eine kosmische Lebensanschauung ein. Unser jetziges, kurzes, physisches Erdenleben wird in einen kosmischen Entwicklungszusammenhang gesetzt. Das Leben ist ewig, und um das verstehen zu können, muß es in einer Unendlichkeitsperspektive gesehen werden.

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Vom Tier zum Menschen

Wir Menschen sind hoch entwickelte Tiere. Dies ist seit langem eine biologische Tatsache. Das Neue im Evolutionsgedanken von Martinus ist, daß wir als Individuen persönlich am ganzen Entwicklungsprozeß teilnehmen. Wir Menschen sind Übergangswesen, teilweise Tiere und teilweise Menschen. Wir sind Sphinx-Wesen. Unsere egoistischen Anlagen stammen vom Kampf ums Dasein im Tierreich. Hier waren sie eine Notwendigkeit – eine Tugend. Aber so ist es heute nicht mehr. Heute bedrohen diese angeborenen tierischen Anlagen die Existenz der gesamten Menschheit. Im Laufe der Entwicklung ist die Selbstsucht zu einer automatischen Anlage geworden, die – ohne daß wir uns dessen richtig bewußt sind – unsere Handlungen auf Ziele lenkt, die vor allen Dingen auf eigene Vorteile abzielen. In unserer Seele findet ein Kampf zwischen unserer früheren tierischen Mentalität und unserem anbrechenden menschlichen Bewußtsein statt. Unsere kosmische Bestimmung ist, Bürger in einem wahren Menschenreich zu werden, dessen Lebensgrundlage Selbstlosigkeit und Nächstenliebe ist.

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Wir erschaffen unser Schicksal selbst

Warum sind die Schicksale der Menschen so verschieden? Warum gibt es so viel Leiden, anscheinend ohne eigene Schuld? Solange wir »ewigkeitsblind« sind, sehen wir nicht die tieferliegenden Schicksalsursachen. Wir sind uns dessen nicht bewußt, daß unser jetziges Leben ein Glied in einem größeren Plan ist, ja, die Fortsetzung in einem Entwicklungsprozeß, der ewig ist. Deshalb sehen wir nicht, daß unser jetziges Leben die Folge unserer eigenen Denk- und Handlungsweise ist, wie wir auch nicht sehen, daß unsere heutigen Gedanken und Handlungen ein Schicksalsmuster bilden, das wir in kommenden, zukünftigen Leben erfahren werden.
Martinus analysiert die Ewigkeitsstruktur des Lebens und zeigt, daß der Tod nicht existiert. Was wir vom Leben sehen, sind Werkzeuge und Organismen und nicht das Leben an sich. Die Werkzeuge werden ständig erneuert, sie werden aufgebaut und abgebrochen, aber der Urheber, das Leben an sich, besteht ewig.
Außer den physischen Werkzeugen haben wir auch geistige Werkzeuge. Wir leben in zwei Welten, einer physischen und einer geistigen, aber wir sind uns bisher nur der physischen bewußt. Deshalb ist unser Schicksal ein Mysterium. Laut Martinus erschaffen wir unser Schicksal selbst, und es wird von dem bestimmt, was wir denken und tun. Das Schicksal, die Zukunft, liegt in unseren eigenen Händen. In unserem Inneren liegen die schlummernden Kräfte, die darauf warten, angewandt zu werden.

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Der Sinn der Leiden

Haben die Leiden in der Wir erschaffen unser Schicksal selbst Welt einen Sinn? Ja, infolge Martinus haben die Leiden eine wichtige Mission. Sie verwandeln uns und schaffen allmählich Anlagen für Mitgefühl und Humanität. Die Leiden sind die unausweichliche Folge dessen, daß wir das Lebensgesetz des Tierreichs: »Jeder ist sich selbst am nächsten« praktizieren. Der Weg der Leiden führt schließlich zu kosmischem Bewußtsein, zum Liebesbewußtsein.
Seinem Mitmenschen Leid zuzufügen, ist Ausdruck von Unwissen über das Schicksalsgesetz: »Was du säst, sollst du ernten«. Wir wissen nicht, was wir tun. Da wir aber ernten, was wir säen, lernen wir, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. Wenn wir das können, werden wir ausschließlich das Gute tun.

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Gibt es Gerechtigkeit im Dasein?

Es ist wichtig, darauf zu vertrauen, daß im Dasein Gerechtigkeit herrscht. Das Gesetzes- und Rechtswesen der Gesellschaft entwickelt sich in dieser Richtung. Laut Martinus garantieren die Weltordnung und die ewigen Gesetze des Daseins, daß in allen Verhältnissen und Geschehnissen des Lebens Gerechtigkeit herrscht. Da niemand etwas anderes erleben kann, als die Folgen der eigenen Handlungen, kann niemand unschuldig leiden. Nicht unsere sogenannten Feinde sind die tiefste Ursache unserer Leiden. Sie sind bloß Werkzeuge für die Rückwirkung unserer eigenen vorherigen – manchmal auch der in früheren Leben – ausgelösten Handlungen. Die »Wurzel des Bösen« liegt in unserem eigenen Innern. Der Mensch, sagt Martinus, ist sein eigener schlimmster, aber unbekannter, Feind. Da wir nichts anderes erleben können, als die Leiden, die wir anderen zugefügt haben, beginnen wir, eine höhere Gerechtigkeit hinter allem zu ahnen.

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Das gemeinschaftliche Ziel der Menschheit

Alle Entwicklung geschieht nach universalen oder kosmischen Gesetzen. Die Einsicht in diese kosmischen Grundgesetze ermöglicht es, das gemeinschaftliche Ziel der Menschheit vorauszusehen. Genauso, wie Tage und Nächte, Sommer und Winter einander regelmäßig ablösen, folgt auch mentales Licht nach mentaler Finsternis und Liebe auf Haß. Das kosmische Ziel der Entwicklung auf Erden ist die Schaffung eines globalen Friedensreiches. Die Entwicklung ermöglicht die Verwirklichung der vereinten Staaten der Welt und die Schaffung eines internationalen Gesetzes- und Rechtswesens. In seinen geistenswissenschaftlichen Werken analysiert Martinus die Bedingungen für die allmähliche Entwicklung des Weltstaates.
Dieser Weltstaat kann jedoch nicht durch Zwang geschaffen werden, sondern nur durch Entwicklung. Mit seinem kosmischen Weltbild zeigt Martinus aufgrund logischer Analysen, daß die Nächstenliebe hier auf Erden die Konsequenz einer gesetzmäßigen Weltordnung ist.
Die Nächstenliebe ist deshalb keine Utopie, keine Fata Morgana, sondern eine wissenschaftliche Realität. Diese Tatsache wird schließlich unser eigenes Bewußtsein in vollkommene Harmonie mit der absoluten Wirklichkeit bringen und uns mit dem Leben und mit der Gottheit vereinen.

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Wer ist Martinus?

Martinus ist der Schöpfer des Werkes »Das Dritte Testament«, bestehend aus »Livets Bog« (Das Buch des Lebens, 7 Bände). Als Ergänzung dieses Hauptwerks hat er »Das ewige Weltbild I-III« geschrieben, in welchem er mit Hilfe schöner Farbsymbole und erklärender Texte die Hauptprinzipien der Analysen veranschaulicht. Als Einführungshilfe zum Hauptwerk ist das Buch »Logik« geschrieben worden. In dem Buch »Beisetzung« behandelt er den Mikrokosmos (ein sehr wichtiges Buch). Des weiteren gibt es etwa 30 kleinere Bücher, in denen verschiedene Themen innerhalb des Dritten Testaments behandelt werden.
Martinus wurde im Jahre 1890 in Sindal, einer Kleinstadt in Nordjütland, geboren und wurde über 90 Jahre alt. Geweckt wurden die Fähigkeiten von Martinus durch das Erleben einer tiefgehenden Bewußtseins-änderung, die im März des Jahres 1921 stattfand. Dieses spezielle Geschehen wird vom Verfasser selbst im Vorwort zum Hauptwerk auf folgende Weise kommentiert: »Die kosmische Feuertaufe, die ich durchgemacht hatte und auf deren Analysen ich hier nicht eingehen kann, hatte also bewirkt, daß in mir ganz neue Sinnesfähigkeiten ausgelöst wurden, Fähigkeiten, die es mir ermöglichten, nicht in Erleuchtungsblitzen – sondern in einem permanent wachen Tagesbewußtseinszustand alle hinter der physischen Welt tragenden geistigen Kräfte, unsichtbaren Ursachen, ewigen Weltgesetze, Grundenergien und Grundprinzipien zu sehen. Das Mysterium des Daseins war also kein Mysterium mehr für mich. Ich war des Lebens, des Weltalls bewußt und in »das göttliche Schöpfungsprinzip« eingeweiht.
Diese Bewußtseinsänderung und neue Einsicht wurden der Ausgangspunkt für eine 60-jährige Verfasserschaft, die bis zu Martinus Tod im Jahre 1981 dauerte.

Rolf Elving